Rückblick: One month before the trip

Originaldatum 01.11.2012

Die Zeit scheint an mir vorbei zu rasen! Nur noch einen Monat und einen Tag dann geht es auf große Reise. Manchmal macht mir meine eigene Courage ja fast Angst…aber die Neugier und Freude auf die Reise verscheuchen kleine Zweifel.

3 Monate unterwegs wollen gut geplant sein. Organisation war zwar noch nie meine Stärke, aber dafür Improvisation. Ob mir das dabei hilft wenn mir nötige Medikamente irgendwo in der Einöde von Neuseeland fehlen? Ach Quatsch, wir reisen ja schließlich nicht jenseits von der Zivilisation und dank der Globalisierung bekommen wir ja sogar auf der kleinsten Insel Thailands Nutella. Da soll es dann ja auch wohl mein geliebtes Sinopret geben, oder? Mh, vielleicht auch nicht. Ein paar Dinge sollte man schon dabei haben? Aber was? Liest man sich so die Blogs durch brauche ich ja fast meinen Backpack nur für Medikamente. Also was muss nun unbedingt in den Koffer?

Da mir das Internet nicht wirklich eine gute Empfehlung geben kann, versuche ich aus meine Erfahrung zu schöpfen…was habe ich auf den letzen Trip so an medizinischen Utensilien gebraucht. Ich muss ja zugeben, dass ich immer großes Glück hatte und fast nie wirklich krank war. Bis jetzt. Schnell mal auf Holz klopfen, dafür nehme ich meinen schönen kleinen Nachttisch und schau mich um. Da bleibt mein Blick an meinen Füßen hängen. Thailand! Autsch, da schießt mir direkt das Gespräch im Hospital von Koh Tao in den Kopf „please, please can we keep the nail?“ Der thailändische, lispelnde Doktor entgegnet „No, we have to rip it off.“ Mit nicht leichter Panik in meiner Stimme entgegne ich „But, but I want to go in the ocean.“ Der nicht wirklich mitfühlende Arzt hat nicht kein Verständnis für meine Liebe zum Wasser. „No, you can´t! You have to keep it dry.“ Man sollte niemals den Fuß zwischen Steg und Taxiboot halten: lesson learned. Duck tape it is then! Als erstes kommt nicht ein Medikament, sondern ein Isolierband auf meine Einkaufsliste. Denn wenn ich schon nicht ins Wasser konnte, weil mir die herzlosen Thais einfach den Zehennagel abgerissen haben, wollte ich zumindest an den Strand. Also habe ich mir den Fuß so mit Isolierband zugeklebt, dass ich einen Schuh aus Tape hatte. Hat perfekt geklappt und dank einer Luftmatratze und meinen Mädels konnte ich jeden Tag aufs Wasser.

Was sollte noch nicht fehlen? Tyrusur! Eine sehr wirkungsvolle Salbe gegen Riffwunden. Nachdem ich auf Bali mir meinen Fuß bei der letzten Welle Richtung Strand am Riff eingehauen hab, und ich vorher von einem Surfer gehört hatte, man sollte sich mit der Zahnbürste die Wunde sauber bürsten, habe ich die Salbe sehr gut gebrauchen können. Man sollte unbedingt eine neue Zahnbürste nehmen, und nicht eine, von der man vergessen hat, dass man sie ja während des Fluges doch benutzt hat. Fataler Fehler. Nicht, dass eine Riffwunde schon schlecht genug heilt, und man durch das schrubben mit der Zahnbürste- wenn man es bei einem selbst macht- nicht wirklich produktiv die offene Stelle säubert, sind die Bakterien der Zahnbürste natürlich ganz klasse, die man so schön tief einreibt. Ich kam mir zumindest in dem Moment als tougher surfer vor. Später habe ich dann die Wunde einfach als Souvenir gesehen, die mich noch Monate an die tollen Surftage erinnert hat.

Trombose-Spritzen: Check! Hier zu beachten, dass man besser nicht abrutschen sollte während man sich auf einer Flughafen Toilette die Nadel in den Bauchspeck rammt. Der blaue Fleck hätte auch als missratendes Tattoo durchgehen können. Nun ja, etwas Schwund ist immer.

Nasenspray-check. Ich bin ein trockener user von Nasenspray. Ja, ich war süchtig. Obwohl ich es gar nicht glauben konnte, dass man davon süchtig werden kann. Nur langsam konnte ich mich mit Nasenspray für Kinder, mit dem man in Phasen erst das eine Nasenloch und dann das andere frei bekommt, entwöhnen. Also doch lieber Kindernasenspray. Will ja nicht rückfällig werden.

Was fällt mir noch ein? Gefühlte 500 Mückenstiche im Süden von Indien. Fenistil: Check!

Hang over, Verspannung, Prellung, Rötung, Schwellung. Tigerbalm: Check!

Den Rest der Planung der first aid box überlasse ich vielleicht doch meiner Apotheker-Freundin des Vertrauens. Aber wo ich so an sie denke, fällt mir doch auch glatt ein Mittel gegen Lebensmittelvergiftung ein. Das sollte definitiv in den Rucksack. Der Geruch von grünem Curry geht mir seitdem meine Freundin mitten in der Nacht mit der Wucht eines Wasserwerfers das Thai Essen gen Badezimmer gefeuert hat, nicht mehr wirklich gut durch die Nase.

Ich hoffe, ich brauche nichts aus der Reiseapotheke, obwohl manche dieser Geschichten noch Jahre nach den Trips für ein Lachen sorgen.

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